Sowohl in der Wissenschaft als auch bei den Bürgern gibt es mindestens zwei Lager. Eines argumentiert, dass Kernenergie den Klimaschutz unterstützt. Das andere Lager hält Atomkraftwerke für echte Bösewichte unter den Umweltverschmutzern. Und beide Seiten haben stichhaltige Argumente für ihre Einstellungen.
Als erwiesen kann wohl angesehen werden, dass die Stromerzeugung in Atomkraftwerken weniger CO2-Ausstoß aufweist als andere Anlagen für den gleichen Zweck. Das Problem liegt vielmehr in den Vor- und Nachbereitungen. Dem gegenüber steht, dass Anlagen zur Verwendung erneuerbarer Energien erst gebaut werden müssten, wobei ebenfalls Treibhausgase wie CO2 anfallen. Beim Betrieb dieser Anlagen und auch beim Betrieb von Kernkraftwerken wird Energie verbraucht. Zurzeit sieht es so aus, dass Kernkraftwerke in dieser Hinsicht rentabler arbeiten, also mit weniger Energieeinsatz mehr Energie erzeugen als andere Anlagen. Anlagen zur Stromerzeugung ohne Atomkraft müssten weiter entwickelt werden, damit sie effizienter arbeiten.
An dieser Stelle ist eine abschließende Aussage über den Zusammenhang von Atomenergie und Klimaschutz nicht möglich. Es bleibt abzuwarten, was die Forscher in der Zukunft noch herausfinden. Fest steht jedoch, dass jeder einzelne Bürger etwas für den Klimaschutz tun kann. Weniger Auto, mehr Fahrrad fahren oder öffentliche Verkehrsmittel nutzen; die Heizung um nur einen oder zwei Grad niedriger stellen; bei Neubauten auf Niedrigenergie- oder Passivbauweise achten; neue Heizsysteme installieren; Energiesparlampen und energieeffiziente Elektrogeräte kaufen (das Niedrig-Energie-Institut informiert über neu erscheinende Geräte); Gebäudedämmungen verbessern; Duschen statt Baden; sogar der Verzicht auf Fleisch trägt zum Klimaschutz bei, denn für ein Kilogramm produziertes Rindfleisch werden 6,5 kg CO2 freigesetzt, bei einem Kilogramm Gemüse nur 0,15 Gramm. Regionale Produkte kaufen statt Obst aus fernen Ländern, denn so werden die Transportwege erheblich verkürzt, was wiederum zu weniger CO2-Ausstoß führt. Der größte Anteil des Stromverbrauchs liegt mit über 30 % bei den privaten Haushalten, nicht in der Industrie oder beim Verkehr.
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