Bevor Atomenergie bzw. Radioaktivität in der Medizin eingesetzt wird, muss laut Gesetz geprüft werden, ob es alternative Möglichkeiten zu Diagnostik und Behandlung gibt. Erst, wenn das ausgeschlossen ist, darf Radioaktivität eingesetzt werden. Personal und Ärzte müssen für den Umgang mit Atomenergie und Radioaktivität besonders ausgebildet werden, und die Räumlichkeiten erfordern spezielle Einrichtungen. Die beteiligten Ärzte usw. tragen ein amtliches Beta-Teilkörperdosimeter, das ständig die Werte überprüft. Deshalb darf nicht jeder Arzt Röntgen oder andere strahlende Maßnahmen durchführen. Dieser Einsatz der Radioaktivität beginnt bereits bei der Früherkennung wie der Mammographie und Computertomographie.
Therapieformen mit Radioaktivität
Bei der Brachytherapie wird eine strahlende Quelle direkt in den Körper an die krankhafte Stelle gesetzt. Der Vorteil dieser Therapie ist, dass gesundes Gewebe kaum der Strahlenbelastung ausgesetzt wird und die Strahlen gezielt auf erkranktes Gewebe treffen. Fachärzte für Nuklearmedizin dürfen Radioaktivität in flüssiger Form als Spritzen verabreichen. Das passiert beispielsweise bei aktivierter Arthrose, rheumatoider Arthritis und weiteren Gelenkerkrankungen mit chronisch-entzündlicher Tendenz.
Die Radioimmuntherapie gibt es noch nicht lange. Hierbei wird die Oberflächenstruktur beschädigter Zellen herausgearbeitet und gezielt Radiopharmaka entwickelt. Das Medikament besteht dann aus einem Antikörper und einem Radioisotop, die zusammengekoppelt und injiziert werden. Dieses Medikament kann dann alle krankhaften Zellen im Körper finden und bestrahlen, während die gesunden Zellen ignoriert werden.
Die Chemotherapie hingegen zerstört alle Zellen, die sich durch Teilung vermehren und sich in derselben befinden. Dazu gehören auch die Bildungszellen für Haare. Bei der Radioimmuntherapie würden diese Zellen nicht bestrahlt werden, da sie eine andere Oberflächenstruktur aufweisen. Zurzeit wird weiter an Einsatzmöglichkeiten für die Radioimmuntherapie geforscht. Aktuell zugelassen ist sie für das Non-Hodgkin-Lymphom, das eine Art von Lymphdrüsenkrebs ist. Da das Medikament in der Radioimmuntherapie so nah wie nur irgend möglich an die kranken Zellen gespritzt wird, wird eine weniger hohe Dosis benötigt als bei anderen Therapieformen. Das bewirkt eine weitaus bessere Verträglichkeit für die Patienten. Außerdem werden bei der Radioimmuntherapie auch kranke Zellen erreicht, die bei anderen Therapien möglicherweise unerreichbar oder unentdeckt bleiben.
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